Regulationsprofil – Grundschulphase

Nervensystem verstehen

Regulationsprofil · Grundschulphase

Regulationsprofil

Für Eltern & Bezugspersonen

Was ist das? Dieses Tool beschreibt das Fundament – wie das Nervensystem Ihres Kindes grundsätzlich arbeitet, Eindrücke verarbeitet und zur Ruhe kommt.

Das Ergebnis zeigt den Regulationstyp: nicht was "fehlt", sondern wie dieses Kind funktioniert – und was es braucht, um gut reguliert zu sein.

Angaben

Skala: Wie oft zeigt das Kind dieses Verhalten von sich aus?
0 = nie/kaum · 1 = selten · 2 = oft · 3 = sehr oft / fast immer
Kopf & Muster

Verarbeitung über Verstehen, Sortieren, Muster erkennen

Beobachtet neue Situationen erst genau, bevor es sich einbringt
Stellt viele Warum- oder Wie-funktioniert-das-Fragen
Merkt Unstimmigkeiten oder Widersprüche und spricht sie an
Ordnet Dinge von sich aus nach eigenen Kategorien
Bevorzugt Spiele mit klaren Regeln oder Strategien
Dinge müssen "richtig" gemacht werden
Gefühl & Stimmung

Verarbeitung über Gefühle, Stimmung, emotionale Resonanz

Spürt schnell, wenn jemand traurig, wütend oder angespannt ist
Reagiert stark auf Ungerechtigkeit – auch wenn es andere betrifft
Gefühle sind deutlich sichtbar – Freude, Wut, Enttäuschung zeigen sich deutlich
Braucht nach emotionalen Erlebnissen Zeit, um wieder ins Gleichgewicht zu kommen
Filme, Bücher oder Geschichten lösen starke emotionale Reaktionen aus
Gestaltet gern, geht bei offenen und kreativen Tätigkeiten auf
Körper & Bewegung

Verarbeitung über Körperzustand, Handeln, praktisches Tun

Ist ein praktischer Typ – lernt am besten durch Ausprobieren und Tun
Innere Zustände zeigen sich am Körper (Bauchschmerzen bei Stress, Kopfweh bei Überforderung)
Körperliche Grundbedürfnisse (Schlaf, Hunger) wirken stark auf Stimmung und Verhalten
Braucht körperliche Entladung nach Anspannung (rennen, toben, Sport)
Mag körperliche Nähe sehr oder meidet sie deutlich (kein Mittelweg)
Morgens unterschiedlich wach – manche Tage starten anders als andere
Sprache & Beziehung

Verarbeitung über Erzählen, Sprechen, gemeinsame Aufmerksamkeit

Erzählt ausführlich von Erlebnissen (Schule, Freunde, Medien)
Braucht jemanden zum Zuhören, um Erlebtes zu verarbeiten
Entwickelt im Spiel Geschichten mit Rollen und Dialogen
Singt, summt oder spricht leise vor sich hin beim Spielen oder Arbeiten
Orientiert sich stark an Bezugspersonen – will wissen, was sie denken oder fühlen
Interessiert sich für die Geschichten und Erlebnisse anderer

Über dieses Tool

Wissenschaftliche Basis

  • Polyvagaltheorie (Stephen Porges)
  • ICF-Denken (Funktionsfähigkeit im Kontext)
  • Sensorische Integrationstheorie (Jean Ayres)
  • Embodied Cognition
  • Selbstregulationsforschung

Was ist anders?

  • Nicht defizitär – beschreibt Funktionsweise, nicht Störung
  • Umgebung als Variable – nicht "Kind reparieren"
  • Eltern als Expert:innen – gibt Werkzeuge, nicht Urteile
  • Ursache ist nicht entscheidend – ob ND, Trauma oder Stress

Eigens entwickelt von Ground In · Nur für den privaten Gebrauch